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Über diesen Blog

Ich möchte hier einen Einblick in die psychotherapeutische und systemische Arbeit geben, Gedanken und Erfahrungen aus meinem Alltag als Therapeutin teilen und vor allem einen Beitrag zur Aufklärung und Entstigmatisierung von Psychotherapie und psychischen Erkrankungen leisten. Hier stelle ich nützliche Strategien und Techniken aus der psychotherapeutischen Praxis vor und beschäftige mich mit aktuellen Themen.

Viel Spaß beim Lesen!

#1 „Deine Gedanken sind mächtig“

„Was tun wir mit wenigen Unterbrechungen den ganzen Tag?“

Denken!

Wir denken täglich tausende Gedanken, von denen wir einen Teil auch laut aussprechen. Aber wir sind uns dabei (meistens) überhaupt nicht darüber bewusst, was diese Gedanken mit unserem Körper und unserem Geist machen.

„Unser Leben ist das, wozu unsere Gedanken es machen“

So kannst mithilfe deiner Gedanken maßgeblich beeinflussen, wie du dich fühlst, wie du handelst und wie du dich selbst siehst.

Wir unterschätzen die Macht unserer Gedanken – im Besonderen die „Negativen“.

Im Schnitt sind etwa 80% unserer Gedanken negativ. Ein negativer Gedanke manifestiert sich 5-10-fach so schnell in unserem System wie ein Positiver.

„Negative Gedanken ziehen uns runter“

Sie wirken sich auf unsere Gesundheit, unsere Beziehungen, unser Berufsleben und die Menschen um uns herum aus. Sie rauben uns Lebensfreude, verunsichern uns und führen dazu, dass wir uns schlecht fühlen – Negative Gedanken halten uns bei wichtigen Entscheidungen zurück, verursachen Angst, Schmerz und Unzufriedenheit. Die meisten Menschen versuchen deshalb, ihre negativen Gedanken zu unterdrücken. Doch das führt nur dazu, dass sie noch stärker werden. Je mehr Aufmerksamkeit wir ihnen schenken, desto mehr nehmen sie zu. Wenn wir ihnen jedoch keine große Beachtung zeigen, können sie sich wieder auflösen.

Gedanken erschaffen unsere Realität, beeinflussen unsere Gefühle, unsere Wahrnehmung, unser Verhalten und folglich unser gesamtes Leben. Wir nehmen nur das wahr, woran wir den ganzen Tag denken und geraten in Lebenssituationen, die zu unseren Gedanken passen.

„Du bekommst im Leben nicht das was du willst, sondern das, worauf du dich konzentrierst“

Wenn du also deine Aufmerksamkeit auf deine Probleme, Schwächen und Ängste richtest, erschaffst du dir so noch mehr schwierige Lebensumstände. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass genau die Situation, vor der du so viel Angst hast, in dein Leben eintritt. Wendest du dich jedoch Lösungen zu, gehst ins positive Denken, nimmst du Chancen wahr, die dich deinem Ziel näherbringen.

Denken wir positiv, ziehen wir weitere positive Gedanken an. Negative Gedanken stattdessen ziehen weitere negative Gedanken an. Diese Frequenzen erschaffen unsere Realität, denn wir ziehen Situationen und Menschen in unser Leben, die der Frequenz unserer Gedanken ähnlich sind.

„Erschaffe dir also deine eigene Gedankenwelt“

Doch wie können wir unser Denken ändern? Wie können wir das Potential unserer Gedanken positiv nutzen?

Viele Menschen glauben, sie könnten nichts für ihre Gedanken. Sie glauben, dass die Situation, in der sie sich befinden oder die Menschen, die sie umgeben, verantwortlich sind für ihre Gefühle und diese Gefühle wiederum ihre negativen Gedanken verursachen. Das ist falsch. Denn in Wahrheit ist jede Situation, in der wir uns befinden erst einmal neutral. Erst durch unsere Gedanken bewerten wir diese, was wiederum positive oder negative Emotionen in uns auslöst. Das bedeutet, dass nicht unsere Gefühle unser Denken beeinflussen, sondern genau andersrum unsere Gedanken beeinflussen unsere Gefühle.

Also was können wir tun, um unser Leben positiver zu gestalten und mehr Qualität und Leichtigkeit in unser Leben zu bringen? Selbst wenn wir uns dazu entscheiden positiver zu denken, werden wir uns wahrscheinlich immer wieder dabei ertappen, wie sich alte, negative Denkmuster in unseren Kopf einschleichen. Wir Menschen sind nun mal „Gewohnheitstiere“ und vieles läuft automatisch ab, so auch unser negatives Denken.

„Schritte der Veränderung“

Stellen wir uns also die folgenden Fragen: „Was möchtest du verändern? Was möchtest du in deinem Leben erreichen? Was sind deine Ziele“?

Bildung von positiven Glaubenssätzen/Affirmationen

Positive Affirmationen sind selbstbejahende Sätze, die du immer wieder wiederholst und die so dein Denkmuster dauerhaft verändern. Möchtest du zum Beispiel dein Körpergefühl oder deinen Selbstwert verbessern, kann ein solcher Satz lauten: „Ich akzeptiere meinen Körper jeden Tag ein bisschen mehr“ oder „Ich bin von Tag zu Tag selbstsicherer und mutiger“.  Wichtig ist, dass du diese Sätze in der Gegenwart formulierst und Verneinungen vermeidest. Zu Beginn kannst du dir vielleicht 10-15 solcher Affirmationen aufschreiben. Am besten, du liest sie dir morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafen aufmerksam durch. Je häufiger, desto besser. Du kannst auch einen Satz auf ein Post-it schreiben und diesen dann beispielsweise an deinen Spiegel kleben. So hast du ihn mehrmals am Tag vor Augen. Wenn du diese Sätze häufig wiederholst, lösen sich irgendwann alle gegensätzlichen (negativen) Überzeugungen/Gedanken auf.

„Diese Glaubenssätze manifestieren sich in deinem Unterbewusstsein und erschaffen so deine neue Realität“

  1. „Nutze deine Vorstellungskraft“

Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen einer Visualisierung und der Realität. Dieses Wissen kannst du nutzen, indem du dir das Erreichen deiner Ziele so real wie möglich vorstellst. Du hast gerade eine Stellenausschreibung gelesen und wünschst dir nichts sehnlicher als diesen einen Job? Dann stell dir immer wieder vor, wie du den Arbeitsvertrag unterzeichnest. Lass dabei keine Details weg. Was hast du an? Wie fühlst du dich dabei? Stell dir vor, wie dir dein neuer Chef die Hand reicht und dich in seinem Unternehmen Willkommen heißt. Oder dir steht ein anderes Ereignis bevor.

Visualisierungen sind deshalb so wichtig, weil hierbei besonders viele Emotionen im Spiel sind. Und wie wir bereits wissen, sind es vor allem die Emotionen, die unsere Wahrnehmung, unser Verhalten und folglich unsere gesamte Realität beeinflussen. Umso klarer und realer deine Visualisierung, desto schneller wirst du dein persönliches Ziel erreichen. „Beginne also zu träumen“ und in bunten Farben auszumalen was du dir wünscht.

  1. „Werde aktiv“

Dieser Punkt ist besonders wichtig. Du kannst noch so positiv denken, visualisieren, affirmieren – wenn du nicht aktiv wirst und deine Ziele tatkräftig verwirklichst. Liegst du den ganzen Tag auf der Couch rum und verstrickst dich in Gedanken – selbst wenn diese positiv sind – wird sich nichts ändern. Du erhältst deinen Traumjob nicht, wenn du dich erst gar nicht bewirbst, du findest deinen Traummann nicht, wenn du nie das Haus verlässt und du wirst auch kein berühmter Schriftsteller, wenn du keine Bücher schreibst. Und dennoch glauben wir so oft, dass uns die Dinge in den Schoß fallen.

Die richtigen Gedanken gekoppelt mit deinem aktiven Zutun, lassen deine Träume wahr werden. Also sei Mutig und beginne!

Unsere Gedanken beeinflussen unser ganzes Leben!

Das ist auch wissenschaftlich belegt. Gedanken gestalten unser Leben, erschaffen im Grunde das, was wir als die Realität wahrnehmen.

Ob du ein glückliches oder ein unglückliches Leben führst – alles beginnt in unserem Kopf!

Es beginnt damit, welche Gedanken du denkst, welche Emotionen daraus resultieren und welches Verhalten du zeigst. Wir sind in unserem Alltag gefangen, in unseren Problemen und Herausforderungen. Und dem, was in unserem Kopf vorgeht.

Es gibt sie natürlich, die Probleme im Außen. Probleme, die wir in dem Moment nicht lösen können. Aber es hilft nichts, wenn wir auf diese Gedanken aufspringen und uns dann mit ihnen im Kreis drehen oder ständig darüber sprechen, denn selten kann uns ein Gesprächspartner die Lösung für unsere Probleme anbieten.

Es ist nicht einfach in unsere Gedanken einzugreifen. Denn unser Gehirn möchte Lösungen finden und glaubt, dass das Fokussieren des Problems der Weg dahin ist. Aber es gibt eine Möglichkeit, es anders zu machen und so unser Leben positiv zu verändern:

Wir sollten uns immer wieder die Zeit nehmen, in uns hinein zu hören, in unser Gefühl zu gehen und wahrzunehmen, was gerade eigentlich in uns passiert. Wahrnehmen, was wir gerade denken, fühlen oder gesagt haben und uns dann fragen:

„Dient mir dieser Gedanke wirklich?“ „Was möchte ich gerade erreichen?“

Wenn wir das nicht tun, lassen wir die Möglichkeit verstreichen, unser Leben in dieser Situation bewusst zu gestalten. Aber wenn wir es tun – uns darüber bewusstwerden, welche Macht unsere Worte haben und diese Stärke für uns nutzen, hat das das Potential, unser ganzes Leben zu verändern. Und zwar in die Richtung, die wir uns wirklich wünschen. Dein Leben verbessert sich also im gleichen Maß wie sich auch dein Mindset verbessert.

Das Problem ist also nicht, dass du negative Gedanken hast. Das Problem ist, dass wir unseren Gedanken glauben

Wir nehmen sie vollkommen ernst, schenken ihnen unsere ganze Aufmerksamkeit und reagieren auf sie, als wären es Fakten. Wir können jederzeit lernen, besser mit unseren Gedanken umzugehen, sie durch positive Glaubenssätze zu stärken, wodurch sie selbstbewusster, entspannter und zufriedener werden. Sie sind der Schlüssel um uns für unser Leben zu stärken und schenken uns den Mut uns Herausforderungen zu stellen.

Es kommt also einzig und allein darauf an, wie du mit deinen Gedanken umgehst –

Das unterscheidet erfolgreiche, glückliche Menschen von denen, die es nicht sind.

Ein altes chinesisches Sprichwort sagt: 

„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.“

„Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.“

„Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.“

„Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.“

„Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.“

Carolin Ebert